Wrack Tour Litauen, Baltik Sea Sep.2018

Mit dem Schiff über die Ostsee zum Wracktauchen, unser Schiff die NZ55 mit Heimat in Klaipėda,Litauen ist für solche Touren bekannt.
Klaipeda (Geschichtlich das alte Memel in Ostpreußen), ist die drittgrößte Stadt
von Litauen und für das Land ein bedeutender Ostsee Hafen und unser Heimathafen für die Tour.

Die Anreise war entspannt, Wolfgang und ich starteten um 9:00 Uhr in Hanau mit Ziel Oersdorf bei Hamburg, dort trafen wir Helmut und Jan, durch Absagen war die Truppe damit komplett. Ab nach Kiel und auf die Fähre nach Klaipėda, 19 Stunden auf der Ostsee eine sehr entschleunigte Art zu Reisen.

In Klaipėda vom Terminal zum Anleger noch 15 Minuten. Linas Doublys der Eigner und Skipper der NZ55 begrüßte
uns herzlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Eindruck täuschte nicht, Linas zeigte sich als hilfsbereit, kompetent und freundlich. Der taucherrische Ablauf hatte sich schnell eingespielt. Der Lift am Boot war mit Stages und Scooter ein Traum.

Montag 03.09.2018

Das Wrack, die „SS Edith Bosselmann“ ein Dänischer Dampfer bis 1939 „SS Rita Maersk“, wurde durch eine russische Minensperre im Dezember `42 versenkt.Mit einer Tiefe von 51 Meter liegt das Wrack auf einer entspannten Tiefe für einen Erkundungs-  Tauchgang. Wir wussten von großen Netzen am Schiff und waren sehr gespannt was uns erwartet. Leider hat uns die Sicht, es mit bescheiden zu beschreiben wäre eine Untertreibung, einen Strich durch den Tauchgang gemacht. Keine 2 m Sicht für ein fremdes Wrack mit Netzen sind keine guten Bedingungen. Im Detail sind Bullaugen, geflieste Bereiche (Bad) und diverse Werkzeuge und Porzellan zu sehen, auch hier sind Netze allgegenwärtig. Nach 80 Minuten Wasserzeit hatten wir unsere erste Erkundung  beendet.

Für dem Rückweg schlug uns Linas noch einen Entspannungstauchgang vor. Drei kleine, zusammen-liegende Wracks auf 27 Meter, die Scooter wurden ausgepackt. Das Wort Wrack, war in diesem Zusammenhang wörtlich zu nehmen 😉 Die Sicht war auch hier wie zu erwarten und wir, mit viel Spaß nach 35`wieder auf dem Boot.

 

Dienstag 04.09.2018
Das Abenteuer beginnt, Linas unser Kapitän schlug uns ein Wrack vor, von dem lediglich die Position N55`40„ E020‘17„durch eine 7-minütigen Tauchgang bestätig war.

 

Mit einer maximalen Tiefe von 65 m sollte uns genügend Zeit bleiben das noch nicht Identifizierte Wrack zu erkunden. Am Wrack angekommen überraschte die unerwartet gute Sicht mit 3-5m. Ein gesamt Überblick war nicht möglich. Auch hier große Geisternetze, die mit Vorsicht zu behandeln sind.

 

Details konnten freigelegt werden, ein kleiner Aufbau Steuerbord Mittschiffs
mit einem Logo.

 

Logo einer Russischen Dynamo Fabrik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Backbord eine Blechkiste mit gravierten
Schildern in Russischer Sprache auf dem Deckel.

 

 

 

 

 

Das Betauchen des vorderen Laderaums war möglich, dadurch konnte die Erkundung im Inneren fortgesetzt werden. Wir entdeckten einen Stapel von ca. neun runden Gegenständen, mit einem Durchmesser von 45 cm und einer Länge von ca. 2,5 m. Es dauerte nicht lange und wir  hatten eine Ahnung, Torpedos.

Zurück an Bord begann gleich die Identifizierung, mit unserer Beschreibung des Wracks suchte Linas in einigen Foren nach Russischen Militärbooten.

Es stellte sich heraus dass die Beschreibung mit einem Torpedoboot der Baureihe  123 zusammen passte. Für den genauen Typ, durch Anzahl der Geschütze zu unterscheiden (in unserem Fall die Befestigung der Geschütze) sollte ein weitere Tauchgang Aufschluss geben.

 

 

Mittwoch  05.09.2018   Elbing IX
Wir betauchten den Deutschen Frachter „Elbing 9“, von einem Russischen U-Boot im November 1942 versenkt. Bei einer Tiefe von 48 Metern sollte es ein entspannter Tauchgang werden. Das Wrack haben wir gefunden, mehr ertastet als gesehen. Ein Einschussloch ist am Bug zu sehen. Bei diesen Sichtverhältnissen sind die überall vorhandenen Netze noch unheimlicher bzw. gefährlicher. Mit einer max. Tauchtiefe von 48 m und einer Zeit von >50 Minuten beendeten wir den Tauchgang,
das ist Ostsee tauchen.

Donnerstag   06.09.2018
Der Höhepunkt der Tour, die „SMS Friedrich Karl“ ein Schiff der Klasse -Großer Kreuzer- der Kaiserlichen Marine. Die SMS Friedrich Carl lief am Morgen des 17. November 1914 etwa 30 Seemeilen vor Klaipeda (Memel) auf zwei russische Minen und musste gegen 6:30 Uhr aufgegeben werden. Sie kenterte und sank um 7:15 Uhr. Sieben Mann ihrer Besatzung im Hecktorpedoraum kamen ums Leben. Der gesamte Rest der Besatzung wurde von dem kleinen Kreuzer SMS Augsburg aufgenommen. Auch die vier an Bord befindlichen Flugzeuge gingen verloren.

Plan vom Oberdeck

Mit einer Länge von 127 Metern und einer Breite von 19 m bei einer Tiefe über Grund von >80 m ein Tauchgang der anspruchsvollen Art.
Geplant war eine Grundzeit von 30 Minuten am Wrack. Am Wrack angekommen, die Shot line lag  Mittschiffs in einer Tiefe von 75 m. Unter uns „Nebel“, die Sicht über dem Schleier war überraschend gut. Die Großen 21 cm Geschütze waren gut zu sehen, kleinere 15 cm Geschütze verschwanden teilweise im Schleier.
Auf 79 m sind wir selbst im Nebel verschwunden. Wir tauchten der Wrackkante entlang zum Bug, dort konnten wir das Wappen der Friedrich Karl klar sehen, leider versagte die Kamera ihren Dienst. So bleiben die Imposanten Eindrücke in unserem Gedächtnis, bis zum nächsten mal. Mit 26 Minuten Grundzeit (Leck im Handschuh) beendeten wir nach ca. 100 Minuten unseren Tauchgang. Auch ein Ausfall eines Akkus im Kontroller, die bereits erwähnte Kamera und ein weiteres Leck in einem Handschuh konnten uns dieses Erlebnis trüben.

Uwe, Sep.2018

Bilder:  Kockrow/Breidenstein

 

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